• Ein Junge spielt Fagott und hat dabei die Füße hochgelegt.
    Renate Weingärtner

    Fagott:

    Echt cool in allen Musikrichtungen

     

    Fagott lernen

    Was ist das Besondere am Fagott? 

    Das Fagott ist ein Holzblasinstrument, das aufgrund seines Tonumfangs im Orchester zu den „Tiefen Holzblasinstrumenten“ gehört. Nichtsdestotrotz erstreckt sich der Tonumfang auch in höhere Lagen. Besonders in diesen höheren Lagen hat das Fagott eine einzigartige Klangfarbe, die im Orchester besonders hervorsticht. Aufgrund der Spieltechnik zählt es zu den Doppelrohrblattinstrumenten. 

    Im Musikverein wird das Fagott für symphonische Werke oft in solistischen Passagen oder als Begleitinstrument verwendet. In der traditionellen Blasmusik ist es nicht so häufig zu finden. Dafür ist die Aufgabe des Fagotts im Orchester aufgrund des besonderen Klanges umso bedeutender.

    Wie ist ein Fagott aufgebaut?

    Der Korpus des Fagotts wird aus vier Teilen zusammengebaut. Der grundlegende Aufbau ist dabei wie folgt:

    Der Trichter wird auf die Bassröhre gesteckt, die über den Stiefel mit dem Flügel verbunden ist. Am Flügel befindet sich der sogenannte S-Bogen, auf den das Rohrblatt des Fagotts gesteckt wird.

    Wie bei vielen älteren Instrumenten üblich besitzen diese Teile je nach Region unterschiedliche Bezeichnungen. Häufig wird der Trichter auch als Schallstück, Haube, Stürze, Kopf oder Glocke bezeichnet. Für die Bassröhre sind auch Bezeichnungen wie Bassstange, Stange oder Rohr weit verbreitet.

    Ab wann kann man Fagott lernen? 

    Das Fagott kann ab einem Alter von ungefähr 8 oder 9 Jahren erlernt werden. Es gibt auch leichtere und kleinere Modelle für Kinder. Diese sind entweder kompakter gebaut oder mit einem Trichter aus Plastik statt aus Holz ausgestattet. Natürlich können auch Erwachsene noch mit dem Fagott Spielen beginnen.

    Wie erzeugt man einen Ton auf dem Fagott? 

    Um einen Ton auf dem Fagott erzeugen zu können, ist das Doppelrohrblatt unabdingbar. Das Doppelrohrblatt besteht aus zwei eng aufeinanderliegenden dünnen Holzblättern, die vor dem Spielen eingeweicht und dadurch flexibel werden. Durch Hineinblasen von schneller Luft wird das Doppelrohrblatt in Schwingung versetzt und es entsteht der Ton. 

    Mithilfe der Klappen wird die Länge der Luftsäule im Fagott verändert und es sind verschiedene Tonhöhen hörbar.

    Wie ist das Fagott entstanden? 

    Der tiefe Klang des Fagotts kommt durch die Länge des Instrumentes zu Stande: Das Fagott ist nämlich eigentlich ungefähr so hoch wie ein durchschnittliches Zimmer. Der „Bass-Pommer“ – ein mittelalterlicher Vorläufer des Fagotts – hatte eine Länge von 2,40 Meter (etwa unsere heutige Zimmerhöhe) und wurde aus einem Stück Holz gedrechselt. Es konnte also nicht auseinandergebaut werden und man benötigte viel Platz, um dieses Instrument zu transportieren und zu spielen. Um Abhilfe zu schaffen, wurde der Bass-Pommer in der Mitte geknickt und Klappen wurden angebracht. Somit war das Instrument handlicher. Durch das Hinzufügen zusätzlicher Klappen wurde der Tonumfang des Instruments Schritt für Schritt erweitert, sodass nun auch alle Töne gespielt werden konnten. Einige Zeit später entstand daraus das Fagott mit seinen vier Teilen und vielen Klappen, wie wir es heute kennen. 

    Heute ist das Fagott im zusammengebauten Zustand ungefähr 1,35 Meter hoch. Die gesamte Rohrlänge des Instruments beträgt aber immer noch etwa 2,55 Meter. Ohne den charakteristischen Knick würde es also heutzutage nach wie vor in viele Räume gar nicht hineinpassen. Der Aufbau des Fagotts wird auch als „Bündel“ bezeichnet, da die vier Teile möglichst kompakt und gebündelt zusammengesteckt werden. Daher auch der Name des Fagotts: Das italienische Wort „fagotto“ steht, in das Deutsche übersetzt, für „Bündel“.

    Was kostet ein Fagott? 

    Gute Einstiegsinstrumente bekommt man ab ca. 3000 Euro. Oft besteht auch die Möglichkeit, Instrumente gegen eine regelmäßige Gebühr von einem Instrumentenhändler auszuleihen. Wenn du dann wirklich Lust bekommen hast, langfristig Fagott zu lernen, kann das geliehene Instrument meist für einen günstigeren Preis abgekauft werden. 

    Manchmal schafft auch der Musikverein Instrumente an. Das ist gerade bei seltenen oder teuren Instrumenten wie dem Fagott gängig. Der Musikverein stellt den Spieler:innen die Instrumente dann meist kostenlos zur Verfügung. Lass dich also von den höheren Anschaffungskosten eines Fagotts nicht abschrecken. Es findet sich auch bestimmt für dich eine Möglichkeit, Fagott zu lernen. 

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