Warum lieben wir Musik?

Das menschliche Gehirn ist evolutionsbedingt so gepolt, dass wir bei überlebenswichtigen Dingen, wie Essen oder Liebe, Freude empfinden. Musik ist nicht überlebensnotwendig. Trotzdem freuen wir uns, wenn wir Blasmusik hören und sind motiviert, selbst ein Instrument zu lernen. Aber warum ist das so? 

Gemeinsam Musizieren
NBMB / NBBJ
Beim Musikhören und Musizieren wird Dopamin ausgeschüttet und wir empfinden Freude.

Die Musikalität scheint dem Menschen angeboren zu sein – und das unabhängig von der Kultur, in der er lebt. Die Fähigkeit, musikalische Muster zu verstehen, ist sehr früh in der menschlichen Entwicklung verankert. Schon im Mutterleib können Babys Musik wahrnehmen und sich als Neugeborene an Melodien erinnern, die ihre Mütter während der Schwangerschaft mit ihnen gehört haben. Musik vermittelt Emotionen und Stimmungen und gilt als eine unserer größten Freuden, obwohl sie beispielsweise im Gegensatz zur Sprache (Zweck: Kommunikation) keinen lebenswichtige Rolle einnimmt. Woher kommt also dieses Phänomen? 

Die Sicht der Neurowissenschaften auf die Musik 

Aus neurowissenschaftlicher Sicht müssen zur Beantwortung dieser Frage zwei Aspekte beleuchtet werden: Das auditorische Wahrnehmungssystem und das Belohnungssystem. Das auditorische Wahrnehmungssystem ist im Gehirn dafür zuständig, dass der Mensch Klangmuster analysieren und Vorhersagen über diese treffen kann. Dank dieses Systems sind wir dazu fähig, verschiedene Tonhöhen bzw. die Abstände zwischen den Tönen (Intervalle) zu erkennen. Außerdem können wir uns dadurch Melodien merken und diese wiedererkennen: Auch wenn ein Lied in verschiedenen Tonarten gesungen wird, erinnern wir uns wegen der Tonfolge an einen Song, sofern wir ihn schon einmal gehört haben (z.B. Cover-Songs). Aufgrund dieser Erinnerungsfähigkeit kann der Mensch beispielsweise vorhersagen, welche Harmonieführung und Akkordfolge er in einem Lied erwartet. Das geschieht sehr schnell und automatisch, kann aber mit einem Beispiel verdeutlicht werden: In jeder Kultur sind bestimmte Akkordfolgen typisch. Wenn beispielsweise der Schluss eines Liedes von diesen Akkordfolgen abweicht, klingt es für uns fremd. Das liegt daran, dass wir aufgrund unserer kulturellen, musikalischen Erfahrung die Akkordfolge anders vorhersagen würden. 

Jetzt ist klar, warum wir überhaupt Musik hören können und uns Melodien merken können. Aber das erklärt nicht, warum wir Musik so sehr mögen. Hier kommt das Belohnungssystem ins Spiel. Wenn der Mensch Musik hört, die ihm gefällt, wird – das ist wissenschaftlich erwiesen – Dopamin ausgeschüttet und wir verspüren Freude. Diese Freude tut dem menschlichen Körper und Geist gut und wird deshalb als angenehme Belohnung gewertet, die wir gerne wieder erleben möchten. Daher bekommen wir von unseren Lieblingsliedern oft nicht genug und könnten sie immer wieder hören. 

Die Musikalität ist dem Menschen angeboren.
Alireza Attari - Unsplash
Die Musikalität ist dem Menschen angeboren.

Noch besser als Musik nur zu hören, ist, die Musik selbst zu machen 

Aus wissenschaftlicher Sicht ist es aber noch besser, selbst zu musizieren als nur Musik zu hören. Du willst wissen, warum? Dann schau dir den Blogartikel „Musik nicht nur hören, sondern selbst machen“ an. Oder suche in unserem Unterrichts-Finder nach dem Musikverein in deiner Nähe und probiere es selbst aus, indem du mit dem Erlernen eines Instrumentes beginnst. 

Abseits der neurowissenschaftlichen Sicht lässt sich die Liebe zur Musik unserer Meinung nach noch anhand anderer Aspekte erklären. Welche das sind, erfährst du hier auf dem Blog. Eins ist auf jeden Fall sicher: Wir lieben die Blasmusik. Du auch?