Außergewöhnliche Blasinstrumente: Dudelsack

Viele Menschen haben beim Gedanken an Blasinstrumente sofort die Trompete oder das Saxophon vor Augen. Es gibt aber eine sehr große Vielzahl an Blasinstrumenten. Unter dem Motto „außergewöhnliche Blasinstrumente“ stellen wir dir immer wieder unbekannte oder besondere Blasinstrumente vor. Den Anfang macht der Dudelsack. 

Ein Dudelsack mit braun-silbernen Pfeifen und einem rot-karierten Sack.
NBMB / NBBJ
Der Dudelsack - ein außergewöhnliches Blasinstrument, das nicht jede:r spielt.

Der Dudelsack ist eines der bekanntesten außergewöhnlichen Blasinstrumente und wird häufig mit den schottischen Highlands und dem traditionellen Kilt verbunden. Dabei stammt das besondere Instrument eigentlich aus dem Orient. Warum die Verbindung zu Schottland doch so präsent ist und zu welcher Instrumentengruppe der Dudelsack gehört, erfährst du in diesem Blogbeitrag. 

Vom orientalischen Traditionsinstrument zum schottischen Kulturgut 

Der Dudelsack oder die sogenannte Sackpfeife hat nicht – wie oft vermutet wird – ihren Ursprung in Schottland. Die eigentliche Heimat dieses Blasinstrumentes wird im orientalischen oder arabischen Raum vermutet. Erste Überlieferungen der Vorfahren dieses Instrumentes reichen bis in die Antike, eindeutige Abbildungen stammen jedoch aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Dudelsack immer unbeliebter, da sein Klang als unschicklich galt. Im 18. Jahrhundert verbot das damals überlegene England sogar den Schotten ihren Dudelsack. Zu dieser Zeit erklang der Dudelsack nur gemeinsam mit Trommeln in der britischen Militärmusik. Die Schotten ließen sich aber ihr Dudelsackspiel nicht nehmen und musizierten auf diesen Instrumenten weiterhin im Verborgenen. Der Dudelsack wurde somit zum Symbol des Widerstandes der Schotten gegenüber der Fremdregierung durch die Engländer und ist bis heute aus der schottischen Kultur nicht wegzudenken.

Ein Instrument, das nicht jede:r spielt 

Der Dudelsack besteht aus einem mit Luft gefüllten Sack, einem Anblasrohr und mehreren Pfeifen. Durch das Anblasrohr wird Luft in den Sack geblasen. Der Sack wird unter den Arm geklemmt, um die Luft in die Pfeifen zu pressen. Eine dieser Pfeifen ist die Spielpfeife. Auf dieser werden – ähnlich wie bei einer Blockflöte – mit den Fingern die Tonlöcher geschlossen und geöffnet. So entsteht eine Melodie. Dazu kommen mehrere Bordun-Pfeifen, die einen tiefen Dauerton erzeugen und den typischen Klang des Dudelsackes ausmachen. Die Tonerzeugung innerhalb der Pfeifen erfolgt durch in Schwingung gebrachte Holzblättchen – also ähnlich wie bei einer Klarinette oder einem Fagott. Daher gehört der Dudelsack zur Gruppe der Holzblasinstrumente.

Auch als Dudelsack-Spieler:in kann man natürlich mit anderen Musiker:innen gemeinsam spielen. In sogenannten Pipe Bands musizieren beispielsweise Dudelsack- und Trommelspieler:innen gemeinsam. Aber auch in Kombination mit einem Blasorchester wird der Dudelsack manchmal als besonderes Highlight eingesetzt. 

Auch in Deutschland ist der Dudelsack immer wieder zu hören. Es gibt einige Pipe Bands, die sich immer über Nachwuchs freuen. Du hast Lust Dudelsack und damit ein Instrument, das nicht jede:r spielt, zu lernen? Dann suche doch mal in unserem Unterrichts-Finder nach einem Verein in deiner Region, der Unterricht auf „Sonstigen Instrumenten“ anbietet – hier gehört der Dudelsack dazu.

Musiker in Tracht beim Marschieren unter anderem mit einer großen Trommel.
Niki Vogt - Pixabay
In einer Pipe Band musizieren Dudelsack- und Trommel-Spielter:innen gemeinsam.